Deutsch Archives - Global Change Ecology https://globalchangeecology.com/category/deutsch/ Blog by students of Global Change Ecology M.Sc about Climate Action and Sustainability Tue, 09 Mar 2021 13:22:38 +0000 en-US hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 https://globalchangeecology.com/wp-content/uploads/2018/06/cropped-GCE_Logo_Dunkel_twitter-32x32.jpg Deutsch Archives - Global Change Ecology https://globalchangeecology.com/category/deutsch/ 32 32 Studieren für das Leben https://globalchangeecology.com/2020/11/27/studieren-fur-das-leben/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=studieren-fur-das-leben https://globalchangeecology.com/2020/11/27/studieren-fur-das-leben/#comments Fri, 27 Nov 2020 09:22:59 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3745 2006 nahm der erste Jahrgang des internationalen Masterstudienganges „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern sein Studium auf. Seitdem haben einige Jahrgänge das Studium abgeschlossen und es laufen bereits die Vorbereitungen für den neuesten Jahrgang 2020, welcher aus der ganzen Welt im Herbst in Bayreuth zusammenkommen wird. Mehrere GCE-Alumni berichteten über ihre Zeit nach dem […]

The post Studieren für das Leben appeared first on Global Change Ecology.

]]>
2006 nahm der erste Jahrgang des internationalen Masterstudienganges „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern sein Studium auf. Seitdem haben einige Jahrgänge das Studium abgeschlossen und es laufen bereits die Vorbereitungen für den neuesten Jahrgang 2020, welcher aus der ganzen Welt im Herbst in Bayreuth zusammenkommen wird. Mehrere GCE-Alumni berichteten über ihre Zeit nach dem Studium und gaben den derzeitigen Studierenden Tipps.

Verschiedenste Berufe im Natur- und Umweltschutz

Einige der GCE-Alumni sind mittlerweile in der Forschung und Lehre tätig:
Da ist zum Beispiel Prof. Dr. Manuel Steinbauer, der zu den Studierenden des allerersten GCE-Jahrganges gehörte. Im August 2019 kehrte er als Professor für Sportökologie an die Universität Bayreuth zurück und wird schon bald selber GCE-Studierende unterrichten.
Oder Dr. Gesche Blume-Werry, die derzeit als Postdoc an der Universität Greifswald arbeitet und zur Wiedervernässung von Torfmooren forscht. Md Lokman Hossain wiederum unterrichtet an der Deutschen Universität Bangladesch Kurse wie „Klimawandel“ oder „Ökologie“. Patrick von Jeetze promoviert zurzeit am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zu Mensch-Natur-Beziehungen in landwirtschaftlich geprägten Landschaften auf globaler Ebene. Dagegen hat Dr. Sia Gosheva-Oneys Weg in die Schweiz nach Zürich geführt, an die Universität Zürich und Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Dort berät sie unter anderem WissenschaftlerInnen zu Förderprogrammen der EU. Früher arbeitete sie für die „Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH“ als Beraterin zum Nexus Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit. Asja Bernd arbeitet auf der Insel Vilm bei Rügen an der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz und konzipiert und plant dort Workshops zu aktuellen nationalen und internationalen Naturschutzthemen. Andere GCE-Alumni wiederum engagieren sich beratend und informierend in Unternehmen, Verbänden und in der Verwaltung:
Dr.-Ing. Albert Hans Baur arbeitet in der Unternehmensberatung und entwickelt u.a. Klima- und Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen. Katharina Funk setzt das Klimaschutzkonzept der Stadt Erlangen um. Farina Hoffmann ist Projektmanagerin beim Natur- und Umweltschutzverband “Grüne Liga“ und Nora Marie Zaremba schreibt für einen täglich erscheinenden Newsletter des Tagesspiegels, der u.a. Ministerien über die neuesten Entwicklungen in der Energie- und Klimapolitik informiert.

Tipps der „Alten“ an die „Neuen“

Den derzeitigen GCE-Studierenden geben die GCE-Alumni verschiede Ratschläge mit auf den Weg:
Asja Bernd hebt den Reichtum hervor, der durch die große Diversität der Studierenden des internationalen Studienganges entsteht, denn „das Lernen voneinander ist genauso wichtig wie das Lernen in Vorlesungen“.
Katharina Funk ermuntert dazu, möglichst viele der zusätzlichen freiwilligen Angebote des Studienganges zu nutzen, z.B. an Umweltkonferenzen teilzunehmen und Praktika zu absolvieren.
Md Lokman Hossain erinnert an die Bedeutung des „Netzwerkens“ durch die Teilnahme an Umweltkonferenzen, Workshops und Science Schools.
Patrick von Jeetze rät dazu, sich genügend Zeit zu geben um herauszufinden, worüber man mehr erfahren und was man in der Welt verändern wolle.
Farina Hoffmann schlägt vor, dort Praktika zu absolvieren, wo man sich später einmal beruflich sehen könnte und es in Erwägung zu ziehen, neben dem Studium schon etwas zu arbeiten.
Sia Gosheva-Oney empfiehlt die Studienzeit zu genießen und aktiv zu gestalten und sagt: „Was ihr während des GCE-Studiums lernt, wird euch während eurem gesamten Berufsweg unterstützen und beeinflussen, wer ihr als Person werdet“.
Und Gesche Blume-Werry fasst abschließend ihren Ratschlag an die neuen GCE-Studierenden mit einem Satz zusammen: „Folgt eurer Leidenschaft und Neugierde!“

Dieser Text wurde ursprünglich für das Elitenetzwerk Bayern geschrieben.

The post Studieren für das Leben appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2020/11/27/studieren-fur-das-leben/feed/ 2
GCE-Geschichte: Erster Jahrgang (2006) https://globalchangeecology.com/2020/06/10/gce-geschichte-erster-jahrgang-2006/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gce-geschichte-erster-jahrgang-2006 https://globalchangeecology.com/2020/06/10/gce-geschichte-erster-jahrgang-2006/#comments Wed, 10 Jun 2020 20:36:01 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3410 Manuel Steinbauer, seit 2019 Professor für Sportökologie an der Universität Bayreuth, gehörte zu den Studierenden des allerersten GCE-Jahrgangs 2006. Der GCE-Blog konnte ein Interview mit dem GCE-Alumni führen, wobei es auch um die Anfänge des Masterstudiengangs „Global Change Ecology“ (GCE) ging. Manuel Steinbauer erzählte begeistert von der keinen Gruppe des ersten Jahrgangs, der damals noch […]

The post GCE-Geschichte: Erster Jahrgang (2006) appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Manuel Steinbauer, seit 2019 Professor für Sportökologie an der Universität Bayreuth, gehörte zu den Studierenden des allerersten GCE-Jahrgangs 2006. Der GCE-Blog konnte ein Interview mit dem GCE-Alumni führen, wobei es auch um die Anfänge des Masterstudiengangs „Global Change Ecology“ (GCE) ging.

Manuel Steinbauer erzählte begeistert von der keinen Gruppe des ersten Jahrgangs, der damals noch nur aus sechs Studierenden bestanden hatte. Er verriet, dass der kleine Jahrgang einige Vorteile für die Studierenden bot und sehr intensive Interaktionen mit den Dozenten und Dozentinnen ermöglichte. Da der Studiengang für alle Beteiligten neu war, gab es die Möglichkeit Abläufe und Inhalte mitzugestalten.
Auf die Frage angesprochen, weshalb er sich damals für GCE als Masterstudiengang entschieden habe, nannte er die Relevanz und Aktualität des Themas des Studiengangs sowie die Möglichkeit sich auf den Bereich „Ökologie“ spezialisieren zu können. Während des Studiums haben Manuel Steinbauer besonders die Einblicke in die Politik durch die Teilnahme an internationalen Umweltkonferenzen gefallen und die Teilnahme an internationalen Forschungskonferenzen. Die dadurch entstandenen Zusammenkünfte mit internationalen Wissenschaftlern weckten in ihm die Begeisterung für die Forschung. Auch bei den Summer Schools und dem Praktikum beim WWF Pakistan habe er sehr viel gelernt.

Prof. Dr. Manuel Steinbauer, 1983 in Geisenhofen bei München geboren, begann 2004 den Bachelorstudiengang „Geoökologie“ an der Universität Bayreuth und setzte das Studium von 2006 bis 2009 mit dem Masterstudiengang „Global Change Ecology“ fort. Es folgten die Promotion in Bayreuth, ein dreijähriger Aufenthalt als PostDoc an der Universität Aarhus in Dänemark und die Übernahme der Professur für „System-Paläobiologie“ an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im August 2019 folgte er dem Ruf der Universität Bayreuth und kehrte als Professor für „Sportökologie“ nach Bayreuth zurück.


Internationalisierung des Studienganges

Prof. Steinbauer begrüßte, dass der GCE-Studiengang heute international zusammengesetzt sei, denn im ersten Jahrgang wären noch alle KommilitonInnen deutschsprachig gewesen. Deswegen fanden früher auch noch manche Vorlesungen auf Deutsch statt, während heute alle englischsprachig sind. Da sich damals noch alles im Aufbau befunden hatte, war auch noch mehr Improvisation gefragt gewesen, während sich heute festere und bewährte Strukturen verfestigt haben.
Lachend erinnerte sich Prof. Steinbauer an die Teilnahme des GCE-Jahrgangs am sog. „EliteCup“, einem eintägigen Fußballturnier, an dem die Elitestudiengänge des Elitenetzwerk Bayerns jährlich teilnehmen können. Damals sei die GCE-Mannschaft noch von Dozenten unterstütz worden, dennoch hätten sie „gnadenlos verloren“ und wären auf den letzten Plätzen gelandet.

Der GCE-Alumnus Manuel Steinbauer wird ab kommendem Wintersemester auch GCE-Studierende unterrichten


Neue Kurse für GCE

An die jetzigen GCE-Studierenden gerichtet, hebt Prof. Steinbauer hervor, dass der Studiengang eine sehr fundierte und gute Methodenausbildung anbieten würde, die ihm zusammen mit den Einblicken in die Politik sehr geholfen habe.
Ab dem kommenden Wintersemester wird der GCE-Alumni nun als Professor die neuen GCE-Studierenden unterrichten. Dabei verrät er bereits, dass sein Lehrstuhl Veranstaltungen zum Thema „Sportökologie“ und „Nachhaltiger Tourismus“ anbieten wird sowie zwei Methodenkurse, wobei es in einem u.a. um die Bewegungsdatenanalyse gehen wird.
Somit wird einer der ersten GCE-Studierenden nun selber als Professor Studierende des mittlerweile 14-jährigen GCE-Masterstudienganges unterrichten.

The post GCE-Geschichte: Erster Jahrgang (2006) appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2020/06/10/gce-geschichte-erster-jahrgang-2006/feed/ 1
„Klimawald“ – Klimatolerante Wälder https://globalchangeecology.com/2020/05/03/klimawald-klimatolerante-walder/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=klimawald-klimatolerante-walder https://globalchangeecology.com/2020/05/03/klimawald-klimatolerante-walder/#respond Sun, 03 May 2020 10:31:50 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3303 Die Folgen des Klimawandels sind in einigen Wäldern Deutschlands nicht mehr zu übersehen. Um dem etwas entgegenzusetzen, initiierten drei Studierende des internationalen Masterstudiengangs „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern das Projekt „Klimawald“. Zusammen mit etwa 250 HelferInnen pflanzten sie Setzlinge klimatoleranter Baumarten auf einer Waldfläche in Bayreuth ein. Das Interesse an dem Projekt ist […]

The post „Klimawald“ – Klimatolerante Wälder appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Die Folgen des Klimawandels sind in einigen Wäldern Deutschlands nicht mehr zu übersehen. Um dem etwas entgegenzusetzen, initiierten drei Studierende des internationalen Masterstudiengangs „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern das Projekt „Klimawald“. Zusammen mit etwa 250 HelferInnen pflanzten sie Setzlinge klimatoleranter Baumarten auf einer Waldfläche in Bayreuth ein. Das Interesse an dem Projekt ist groß und könnte in naher Zukunft auch an anderen Orten wiederholt werden.

„Klimawald“ – Der Beginn

Die großflächigen Brände in Australien brachten den Einfluss des Klimawandels auf die Wälder zuletzt wieder in die öffentliche Aufmerksamkeit. Der Klimawandel erhöht jedoch nicht nur die Waldbrandgefahr, sondern stellt auch hierzulande die Wälder vor andere große Probleme. Dies lässt sich zurzeit in einigen Regionen Deutschlands beobachten, wo insbesondere die Fichten der Trockenheit und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind.
Um einen Bayreuther Wald besser an den Klimawandel anzupassen, initiierten die GCE-Studierenden Theresa Landwehr, Kun Woo Ro und Nikunj Pathak das Projekt „Klimawald“. In Kooperation mit mehreren Projektpartnern pflanzten die drei mit etwa 250 HelferInnen an drei Tagen Ende April 2019 mehr als 4.500 Bäume auf einer sturm- und dürregeschädigten Waldfläche. Die gepflanzten Baumarten waren zuvor von Experten ausgewählt worden und zeichnen sich neben der Klimatoleranz auch durch ihr wertvolles Holz aus. In den nächsten Jahren werden die Setzlinge weiter gepflegt und gegebenenfalls nachgepflanzt.

Die GCE-Studierenden Kun Woo Ro, Theresa Landwehr und Nikunj Pathak (von links nach rechts) initiierten das Projekt „Klimawald“

„Klimawald“ – Die Fortsetzung

Die GCE-Studierenden waren von der großen Resonanz, die ihr Projekt hervorrief, überwältigt. Über den „Klimawald“ wurde in den regionalen Medien berichtet und das Interesse in der Bevölkerung ist nach wie vor groß. Mittlerweile ist der „Klimawald“ zu einem Exkursionsziel geworden und es sollen weitere Flächen mit klimatoleranten Baumarten bepflanzt werden.
Die Idee des „Klimawalds“ verbreitet sich auch außerhalb von Bayreuth: So haben sich zum Beispiel Studierende aus Höxter gemeldet, die ein ähnliches Projekt gerne bei sich durchführen würden. Es soll aber nicht nur bei Deutschland bleiben. Gerade ist der GCE-Studierende Kun Woo Ro dabei die Projektidee weiter in sein Heimatland nach Südkorea zu tragen. Somit wachsen nicht nur die Setzlinge im Bayreuther Wald immer weiter, sondern auch die Idee des „Klimawalds“.

An drei Tagen wurden mehr als 4.500 Setzlinge eingepflanzt

Dieser Text wurde für das Elitenetzwerk Bayern geschrieben.

The post „Klimawald“ – Klimatolerante Wälder appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2020/05/03/klimawald-klimatolerante-walder/feed/ 0
Vom GCE-Studierenden zum Professor https://globalchangeecology.com/2020/04/25/vom-gce-studierenden-zum-professor/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=vom-gce-studierenden-zum-professor https://globalchangeecology.com/2020/04/25/vom-gce-studierenden-zum-professor/#respond Sat, 25 Apr 2020 16:33:11 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3276 Mit dem Vortrag „Understanding biodiversity dynamics – from human dominated systems to the fossil record” stellte Prof. Dr. Manuel Steinbauer im Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) seine bisherigen Forschungsarbeiten vor und erörterte die Schwerpunkte seiner neuen Professur „Sportökologie“. Der ehemalige Studierende des Masterstudienganges „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern wird somit zukünftig […]

The post Vom GCE-Studierenden zum Professor appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Mit dem Vortrag „Understanding biodiversity dynamics – from human dominated systems to the fossil record” stellte Prof. Dr. Manuel Steinbauer im Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) seine bisherigen Forschungsarbeiten vor und erörterte die Schwerpunkte seiner neuen Professur „Sportökologie“. Der ehemalige Studierende des Masterstudienganges „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern wird somit zukünftig als Professor GCE-Studierende unterrichten.

Natur und Sport gleichzeitig denken

Im gut besuchten Hörsaal verdeutlichte Prof. Dr. Manuel Steinbauer den Zuhörern anhand von mehreren Beispielen, wie sich die Dynamik ökologischer Systeme und der Einfluss menschlicher Aktivitäten im Laufe der Zeit verändert haben. Zukünftig wird der ehemalige GCE-Studierende erforschen, welche Auswirkungen der Outdoorsport auf die Natur hat und wie das Potenzial des Sports genutzt werden kann um Menschen für Umweltthemen zu sensibilisieren.
Auf die Relevanz des fächerübergreifenden Themas „Sportökologie“ angesprochen, hebt Prof. Steinbauer zwei Gründe hervor: Zum einen würde unsere Gesellschaft dazu tendieren Natur und Sport „gleichzeitig zu denken“, d.h. wenn wir einen Naturaufenthalt planen, wird dies häufig als Sportereignis geplant. Wollen wir z.B. in die Alpen fahren, dann, um dort zu wandern. Zum anderen würde der Sport großes Potenzial bieten, den Menschen Naturschutzthemen näher zu bringen.

Unter den Zuhörern befanden sich mehrere GCE-Studierende, zu denen Prof. Dr. Manuel Steinbauer früher selber gehörte.

Von GCE über System-Paläobiologie zu Sportökologie

Sportökologie war nicht immer der Forschungsschwerpunkt des in Mittelfranken aufgewachsenen, interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftlers.
2004 begann er den Bachelor „Geoökologie“ an der Universität Bayreuth und setzte das Studium von 2006 bis 2009 mit dem damals neuen Masterstudiengang „Global Change Ecology“ fort. Darauf folgten die Promotion im Jahr 2013 und ein dreijähriger Aufenthalt als PostDoc an der Universität Aarhus in Dänemark. Von 2017 bis 2019 war Prof. Steinbauer Professor für „System-Paläobiologie“ an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im August 2019 folgte er dem Ruf der Universität Bayreuth und kehrte als Professor für „Sportökologie“ zurück.
Auf die Zeit als GCE-Studierender zurückblickend, hebt der 36-Jährige besonders die einzigartigen Erfahrungen durch die Teilnahme an internationalen Umweltkonferenzen und wissenschaftlichen Tagungen hervor sowie die gute Methodenausbildung.
Ab dem kommenden Wintersemester wird der GCE-Alumni nun als Professor die neuen GCE-Studieren unterrichten.

Dieser Text wurde für das Elitenetzwerk Bayern geschrieben.

The post Vom GCE-Studierenden zum Professor appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2020/04/25/vom-gce-studierenden-zum-professor/feed/ 0
Das Potenzial kultureller Vielfalt nutzen https://globalchangeecology.com/2020/03/03/das-potenzial-kultureller-vielfalt-nutzen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-potenzial-kultureller-vielfalt-nutzen https://globalchangeecology.com/2020/03/03/das-potenzial-kultureller-vielfalt-nutzen/#respond Tue, 03 Mar 2020 21:18:31 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3206 Der internationale Masterstudiengang „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern zeichnet sich unter anderem durch die internationale Zusammensetzung der Studierenden aus. Diese kulturelle Vielfalt birgt große Chancen für junge Menschen, die darauf vorbereitet werden, sich globalen Umweltveränderungen wie dem Klimawandel anzunehmen. Um dieses Potenzial noch besser nutzen zu können, wurde der Workshop „Global Diversity Training“ […]

The post Das Potenzial kultureller Vielfalt nutzen appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Der internationale Masterstudiengang „Global Change Ecology“ (GCE) im Elitenetzwerk Bayern zeichnet sich unter anderem durch die internationale Zusammensetzung der Studierenden aus. Diese kulturelle Vielfalt birgt große Chancen für junge Menschen, die darauf vorbereitet werden, sich globalen Umweltveränderungen wie dem Klimawandel anzunehmen. Um dieses Potenzial noch besser nutzen zu können, wurde der Workshop „Global Diversity Training“ für die Studierenden organisiert.

Die Perspektive wechseln

„Wir erschaffen neue Kulturen auf der Grundlage unserer Beziehungen zu Menschen. Wir sollten Menschen nicht auf der Grundlage dessen behandeln, was wir über sie gehört haben“, fasste Emmanuel Adeleke, GCE-Studierender aus Nigeria, den Workshop am Ende zusammen. Zuvor hatten die beiden Trainer von „Working Between Cultures“ den knapp 30 GCE-Studierenden anhand einiger praktischer Übungen und Spiele verdeutlicht, wie es zu kulturellen Missverständnissen kommen kann und wie interkulturelle Zusammenarbeit am besten gelingt.

Oftmals habe man Vorurteile gegenüber Menschen aus Ländern, die man nicht kenne, erinnerten die Trainer.
Auch die Studierenden berichteten von eigenen Erfahrungen. Ein Studierender erzählte, in manchen Ländern Afrikas würde das Nichtgrüßen, auch gegenüber Fremden, als Unhöflichkeit wahrgenommen werden während es in Deutschland keine besondere Bedeutung habe. Um solche Missverständnisse auszuräumen, empfahlen die Trainer mehr mit anderen Menschen zu kommunizieren und sich der eigenen sowie der Situation des Gegenübers bewusst zu werden. Dabei solle man sich aber nicht nur auf die Unterschiede, wie fälschlicherweise oft getan, sondern auch auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren.

Jeder Mensch ist anders

Die Trainer wiesen auch darauf hin, dass die Menschen innerhalb eines Landes unterschiedlich seien. Neben der Kultur werde jeder Mensch von vielen weiteren Faktoren beeinflusst, wie dem persönlichen Lebenslauf und den aktuellen Umständen.
So machte der Workshop deutlich, wie wichtig es ist sich selbst und sein Gegenüber richtig zu verstehen sowie anzuerkennen, dass die eigenen Vorstellungen und Regeln kein universales Gesetz sind. Wenn die Vielfalt erkannt, verstanden und genutzt wird, profitieren alle Seiten davon.
Der Workshop trug durch seine hohe Interaktivität dazu bei, die Beziehungen der GCE-Studierenden aus drei Jahrgängen untereinander zu stärken und viele bisher unerkannte Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Dieser Text wurde für das Elitenetzwerk Bayern geschrieben.

The post Das Potenzial kultureller Vielfalt nutzen appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2020/03/03/das-potenzial-kultureller-vielfalt-nutzen/feed/ 0
Warnung und Hoffnung für unsere gemeinsame Zukunft: IPBES 7 https://globalchangeecology.com/2019/11/29/warnung-und-hoffnung-fur-unsere-gemeinsame-zukunft-ipbes-7/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=warnung-und-hoffnung-fur-unsere-gemeinsame-zukunft-ipbes-7 https://globalchangeecology.com/2019/11/29/warnung-und-hoffnung-fur-unsere-gemeinsame-zukunft-ipbes-7/#respond Fri, 29 Nov 2019 14:32:35 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=3067 Bayreuther „Global Change Ecology“-Studierende auf der siebten Vollversammlung des UN-Weltbiodiversitätsrats: „IPBES“ und der „Global Assessment Report“ „Auf dem Weg in die ökologische Insolvenz“ (spiegel-online), „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht“ (tagesschau.de) und „Menschheit tilgt die Natur von der Erde“ (ZDFheute) sind drei von weiteren ähnlichen Überschriften, die am Montag, dem 06. Mai 2019, in den […]

The post Warnung und Hoffnung für unsere gemeinsame Zukunft: IPBES 7 appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Bayreuther „Global Change Ecology“-Studierende auf der siebten Vollversammlung des UN-Weltbiodiversitätsrats:

„IPBES“ und der „Global Assessment Report“

Auf dem Weg in die ökologische Insolvenz“ (spiegel-online), „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht“ (tagesschau.de) und „Menschheit tilgt die Natur von der Erde“ (ZDFheute) sind drei von weiteren ähnlichen Überschriften, die am Montag, dem 06. Mai 2019, in den online-Medien plötzlich auftauchten. Die Schlagzeilen wurden von einer zuvor in Paris abgehaltenen Pressekonferenz ausgelöst, in der die Ergebnisse des sog. „Global Assessment Report[s] on Biodiversity and Ecosystem Services“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren. Dieser Report war das Ergebnis einwöchiger Verhandlungen, die während der siebten Vollversammlung der „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) stattgefunden hatten. IPBES, auch „Weltbiodiversitätsrat“ genannt, ist eine unabhängige zwischenstaatliche Organisation. Ihre Aufgabe ist es, politische Entscheidungsträger im Bereich der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen wissenschaftlich zu beraten. In der Zusammenfassung des Global Assessment Reports beschreiben die Wissenschaftler den aktuellen globalen Zustand der Biodiversität. Um es mit einem Satz zusammenzufassen: Der Verlust der Biodiversität schreitet in einem beunruhigend schnellen Tempo voran.

Der Report ist das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses: Laut IPBES arbeiteten 150 Experten aus 50 Ländern drei Jahre lang an der Erstellung des Berichts. Dieser ist der erste jemals erschienene zwischenstaatliche Bericht über den globalen Zustand der Natur, der Ökosysteme und ihrer Dienstleistungen für den Menschen. Der eigentliche Hauptbericht umfasst mehr als 1.000 Seiten, wurde jedoch für die politischen Entscheidungsträger auf die Kernaussagen zusammengefasst. Damit der Bericht offiziell anerkannt werden kann, musste dieser zuvor von den damals 132 IPBES-Mitgliedsstaaten genehmigt werden. Die Verabschiedung des Reports war das Hauptthema der siebten IPBES-Vollversammlung („IPBES 7“), die vom 29. April bis zum 4. Mai 2019 im UNESCO-Hauptquartier in Paris stattfand.

„IPBES 7“ und die Bayreuther „Global Change Ecology“-Studierenden

Der internationale Bayreuther Elite-Masterstudiengang „Global Change Ecology“ (GCE) beschäftigt sich mit den globalen Umweltveränderungen des 21. Jahrhunderts, wie dem Verlust der Biodiversität. Da der Studiengang einen Beobachterstatus für IPBES besitzt, machten sich ca. 30 GCE-Studierende als „Beobachter“ auf den Weg nach Paris. Für einige Studierende war es die erste Teilnahme an einer internationalen Vollversammlung. Entsprechend groß war bei manchen die Überraschung und zugleich Frustration über den teilweise quälend langsamen Fortschritt während der Verhandlungen: Jeder einzelne Satz der Zusammenfassung des Global Assessment Reports musste von allen anwesenden Mitgliedsstaaten akzeptiert werden. In der Praxis bedeutete dies, dass die Verhandlungen um die Formulierungen mancher Sätze und Abschnitte stundenlang dauerten. Je weiter man hinter den Zeitplan zurück fiel, desto besorgter und energischer wurde der leitende Vorsitzende und desto länger zogen sich die Verhandlungsrunden bis in die Nacht hinein, was an den Gesichtern einiger Delegationsmitglieder nicht spurlos vorbei ging. Wäre der Global Assessment Report von der Vollversammlung nicht angenommen worden, hätte dies einen großen Rückschlag für alle involvierten Wissenschaftler und Akteure, für IPBES und vor allem für den Schutz der Biodiversität bedeutet.
Es war ermutigend zu sehen, mit welchem Engagement sich die Menschen, die für IPBES arbeiteten, für einen Erfolg einsetzten. Zudem waren neben uns Bayreuthern viele weitere Beobachter anwesend, wie z.B. Vertreter indigener Einwohner oder NGOs, die sich wie wir einen erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen wünschten. „Ich konnte spüren, dass es viele Menschen auf der Welt gibt, die wie wir sind. Nur sind wir die meiste Zeit über voneinander getrennt“, erzählt Ana Leticia Vital, „Global Change Ecology“-Studierende aus Brasilien. „Mit anderen Worten: Ich merkte, wir sind nicht alleine mit unseren Sorgen um den Schutz der Biodiversität.“ Aanu Samuel Busari, GCE-Studierender aus Nigeria, war von der “globalen Expertise” begeistert, aus welcher der Global Assessment Report heraus entstand. Am meisten beeindruckte ihn „die unglaubliche Menge an menschlicher und kulturelle Intelligenz, welche in die Erstellung dieses globalen, wissenschaftlich und politisch anerkannten Dokuments floss.“ Als Beobachter befanden sich die GCE-Studierenden während den Verhandlungen auf der Zuschauertribüne, in der Eingangshalle des UNESCO-Hauptquartiers vermischte sich aber die ganze Welt: Delegationsmitglieder aus den verschiedensten Ländern, Wissenschaftler, Indigene, Naturschützer, Wirtschaftsvertreter und zwischendrin die Bayreuther Studierenden. In den ersten Tagen war noch vieles aufregend und neu, nach und nach wurden die Abläufe aber immer vertrauter.

Am letzten Tag konnte der Global Assessment Report in seiner Gesamtheit zum Glück doch noch von allen Delegationen angenommen werden. Unter tosendem Applaus fiel die ganze Anspannung der letzten Tage von den Teilnehmern ab und aller Frust und die Müdigkeit waren plötzlich verschwunden. Was bleibt?
Zum einen ein umfassender, alarmierender Report, der nun international anerkannt ist. Zwar zieht dieser keine direkten politischen Konsequenzen nach sich, erhöht aber den Druck auf die politischen Entscheidungsträger, die derzeit den neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt verhandeln, welcher 2020 beschlossen werden soll. Donald Mwaba, GCE-Studierender aus Sambia sagt dazu: „Die Wissenschaft ist zu den derzeit stattfindenden globalen Umweltveränderungen sehr eindeutig. Unklar bleibt, ob die Regierungen und Menschen die notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um sich diesen Veränderungen entgegenzusetzen.“
Zum anderen bleibt die Erkenntnis, dass wenn der Wille da ist, vieles möglich ist. Der Global Assessment Report ist Warnung und Hoffnung zugleich: Die Ergebnisse sind alarmierend, seine Entstehung aber das Resultat globaler Zusammenarbeit unzähliger engagierter Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Wenn diese Energie nicht nur für die Bestandsaufnahme der aktuellen Probleme aufgebracht wird, sondern auch für die Sicherstellung einer lebensfreundlichen Zukunft, besteht trotz pessimistischer Schlagzeilen wie den anfangs erwähnten noch Hoffnung. Auch Ana findet: „Irgendwie hat IPBES 7 meine Hoffnung für unsere Zukunft erneuert“ und Aanu erinnert daran: „Die Politik mag uns voneinander trennen, dass wir zu allererst aber Menschen sind, sollte uns vereinen.“

The post Warnung und Hoffnung für unsere gemeinsame Zukunft: IPBES 7 appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2019/11/29/warnung-und-hoffnung-fur-unsere-gemeinsame-zukunft-ipbes-7/feed/ 0
Summendes Bayreuth: Studenten im Einsatz für die Biodiversität https://globalchangeecology.com/2019/02/25/summendes-bayreuth-studenten-im-einsatz-fur-die-biodiversitat/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=summendes-bayreuth-studenten-im-einsatz-fur-die-biodiversitat https://globalchangeecology.com/2019/02/25/summendes-bayreuth-studenten-im-einsatz-fur-die-biodiversitat/#comments Mon, 25 Feb 2019 17:44:04 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=2664 „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist! Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“ Lauthals singen die „Summer“ in der kleinen gefliesten Küche mit, als der bekannte Ärzte-Song aus den Lautsprechern schallt, die auf einem Schränkchen stehen. Einige tanzen mit nacktem Oberkörper, es ist warm und stickig. Deine […]

The post Summendes Bayreuth: Studenten im Einsatz für die Biodiversität appeared first on Global Change Ecology.

]]>
„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist! Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“

Lauthals singen die „Summer“ in der kleinen gefliesten Küche mit, als der bekannte Ärzte-Song aus den Lautsprechern schallt, die auf einem Schränkchen stehen. Einige tanzen mit nacktem Oberkörper, es ist warm und stickig. Deine Schuld ist quasi das perfekte Lied für diese Party: Die Studenten feiern das erfolgreiche Volksbegehren für die Artenvielfalt in Bayern. Sie wollten die Schuld, dass die Welt sich nicht verändert nicht länger auf sich nehmen. Wochenlang haben sie Flyer verteilt, in der Februarkälte als Rathauslotsen in der Fußgängerzone gestanden, in Bienenkostümen Passanten angesprochen, um diese auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen. Immer noch in orangefarbenen Warnwesten mit dem Aufdruck „Rettet die Bienen“ auf dem Rücken tanzen sie ausgelassen durch die Wohnung, in der die Feier stattfindet.

Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst.
Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderung Angst.“

Am Mittwoch, 13. Februar 2019, ging die Abstimmung zu Ende und es stand fest: Es geht in die nächste Runde, die benötigten eine Million Unterschriften wurde bayernweit erreicht. Besser gesagt wurde sie sogar deutlich überschritten. Insgesamt haben mehr als 1,7 Millionen Menschen in Bayern in den Rathäusern dafür unterschrieben, dass sie einen Volksentscheid für die Artenvielfalt wollen. “Das Volksbegehren in Bayern setzt ein klares Zeichen, auch bei den jetzigen Verhandlungen in der EU-Agrarpolitik“, sagt Stefanie Propp, zweite Vorsitzende der Summer und Sprecherin des Aktionsbündnisses in Bayreuth für das Volksbegehren. „Ich war mir sicher, dass wir die 1 Mio. Unterschriften erreichen. Dass es jetzt über 18 % geworden sind, freut und bestätigt mich in unserem Engagement umso mehr!”

In der heißen Sommersonne gestalten die Summer einen Magerstandort in der Wilhelminenaue in Bayreuth. Foto: Summer in der City e.V.

Die „Summer“ haben in Bayreuth definitiv zum Erfolg des Begehrens beigetragen. Wer steckt hinter diesem Namen? 2018 haben einige Bayreuther Studierende den Verein Summer in der City gegründet, mit dem sie das Thema Artenvielfalt mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken wollen. „Wir waren zu neunt und wollten etwas verändern“, sagt Thomas Pickel. Der 27-Jährige studiert Geoökologie an der Universität Bayreuth und ist einer der Gründer von Summer in der City. „Momentan haben wir 15 Mitglieder, die sich ganz aktiv beteiligen und mehrmals in der Woche etwas beitragen. Und sonst noch 30 bis 40, die auch oft mitmachen.“ Bisher finanziert sich der Verein komplett über Spenden und die Mitgliedsbeiträge. Zehn Euro im Jahr kostet es, wenn man ein Summer werden möchte. “Es ist super schön zu sehen, dass so viele Menschen aktiv den Naturschutz voran bringen wollen“, sagt Summerin Leonie Gass. „Es gibt mir neuen Schwung und neues Vertrauen, dass sich wirklich etwas verändern kann und die Bereitwilligkeit da ist!”

Anfangs waren es eher kleinere Projekte, bei denen die Summer ihr Fachwissen mit anderen Menschen teilen konnten. Sie sorgten unter anderem in Kooperation mit Green Campus und Christian Laforsch, Professor für Tierökologie an der Universität Bayreuth, dafür, dass auf dem Campus der Uni Bayreuth nur noch zweimal pro Jahr der Rasen gemäht wird. Dadurch gelangen viel mehr Pflanzen bis zum Blühstadium und bieten Insekten Nahrung und Lebensraum.

Die Summer basteln Insektenhotels, die neuen Lebensraum schaffen und überall in Bayreuth aufgestellt werden. Foto: Marie Löwe

Das Hämmern und Zusammennageln der Hotels ist nicht nur gut für die Insekten, sondern macht auch den Summern Spaß. Foto: Summer in der City e.V.

Zusätzlich zu den Blühflächen, die die Uni im vergangenen Jahr geschaffen hat, bauten die Studierenden Insektenhotels, die bald aufgestellt werden sollen. In der Wilhelminenaue, wo 2016 die Landesgartenschau in Bayreuth stattgefunden hat, haben die Summer auf der Fläche der Essbaren Stadt  einen Magerstandort geschaffen. Der soll den Insekten das Leben ebenfalls erleichtern. „Das war unser Steckenpferd im vergangenen Jahr“, sagt Stefanie Propp.

Sie wollten nicht länger zuschauen – stattdessen packen die Summer nun an allen Ecken an, damit das Thema Biodiversität zur Sprache kommt. Foto: Summer in der City e.V.

„Uns geht’s ums Aktivsein. Wir kennen das Problem, aber wir wollen uns nicht nur darüber aufregen, sondern wir packen es aktiv an“, sagt Thomas Pickel.

„Weil jeder, der die Welt nicht ändern will, ihr Todesurteil unterschreibt!“

Die Tatsache, dass der Großteil der Mitglieder der Summer bisher aus Studierenden bestehe ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil viele sich aufgrund ihrer Studiengänge gut mit dem Thema Artenvielfalt auskennen. Fluch, weil dadurch ein fliegender Wechsel entsteht. Deshalb wünschen sich die Summer, auch Menschen außerhalb der Universität mit einbinden zu können.

Damit das gelingt, wollen sie noch mehr in öffentlichen Räumen arbeiten. „Wir haben für dieses Jahr zwei große Leuchtturmprojekte geplant“, sagt Thomas Pickel. Erstens ein Naturgartenprojekt, bei dem die Summer auf 10.000 m2 in der Wilhelminenaue einen Naturgarten anlegen dürfen. Eine Crowdfunding-Kampagne soll den Garten finanzieren. „In dem Naturgarten soll es unter anderem einen Wildrosengarten und eine Streuobstwiese geben, die ebenfalls Insekten anziehen und anderen Tieren wie Igeln oder Eidechsen ein neues Zuhause bieten.“

Die Projekte des Vereins verlangen den Studenten ganze Arbeit ab. Foto: Summer in der City e.V.

Zweitens ist mit „Flanken Flowers“ das zweite Projekt für 2019 geplant. Dabei kooperieren die Summer mit regionalen Gärtnereien, um heimische Blühpflanzen und Sträucher zum Verkauf anzubieten. Das ist insofern von Bedeutung, dass einige Insekten auf spezielle Pflanzen angewiesen sind. „Wir hoffen, dass unser Naturgarten die Leute anregt, selbst so einen Garten bei sich zuhause anzulegen.“

Schlaflose Nächte, schmerzende Arme und Beine vom Bodenbeackern, die Menschen aufrütteln – das ist für die Summer oftmals Alltag. Doch es scheint sich zu lohnen: Die Tatsache, dass beinahe doppelt so viele Menschen das Volksbegehren unterschrieben haben wie benötigt, macht Mut. Es tut sich etwas. Es braucht nur jemanden, der den ersten Schritt geht. Wie die Summer.

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“

The post Summendes Bayreuth: Studenten im Einsatz für die Biodiversität appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2019/02/25/summendes-bayreuth-studenten-im-einsatz-fur-die-biodiversitat/feed/ 1
Eine Unterschrift für den Erhalt der Artenvielfalt https://globalchangeecology.com/2019/02/01/eine-unterschrift-fur-den-erhalt-der-artenvielfalt/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=eine-unterschrift-fur-den-erhalt-der-artenvielfalt https://globalchangeecology.com/2019/02/01/eine-unterschrift-fur-den-erhalt-der-artenvielfalt/#comments Fri, 01 Feb 2019 16:21:17 +0000 https://globalchangeecology.com/?p=2641 Es ist ein grauer Tag in Bayreuth, wie so oft hier im Winter. Doch nachmittags besiegt die Sonne für eine kurze Weile die dicke Wolkendecke. Thomas Pickel sitzt vor dem Geo-Gebäude der Universität Bayreuth. Bei diesem Wetter hält den 27-Jährigen nichts drinnen. Auf die Frage, ob er zur Zeit überhaupt schlafe, antwortet er „Eher nicht“ […]

The post Eine Unterschrift für den Erhalt der Artenvielfalt appeared first on Global Change Ecology.

]]>
Es ist ein grauer Tag in Bayreuth, wie so oft hier im Winter. Doch nachmittags besiegt die Sonne für eine kurze Weile die dicke Wolkendecke. Thomas Pickel sitzt vor dem Geo-Gebäude der Universität Bayreuth. Bei diesem Wetter hält den 27-Jährigen nichts drinnen. Auf die Frage, ob er zur Zeit überhaupt schlafe, antwortet er „Eher nicht“ und lacht schallend.

Der Grund dafür: Deutschlands Insekten. Oder besser gesagt, deren Rettung. Im Oktober 2017 ging eine Studie wie ein Lauffeuer um die Welt, die besagte, dass in geschützten Gebieten ein Rückgang von 75% aller Insekten zu verzeichnen ist. „Das war für uns der Punkt, an dem wir gesagt haben, wir müssen handeln“, sagt Thomas Pickel und nippt an seiner Kaffeetasse. Gemeinsam mit acht weiteren Studienfreunden gründete der Geoökologie-Student „Summer in the City“, einen Verein für den Artenschutz. „Jahrelang haben Naturschützer versucht, auf die Problematik des Artenschwunds aufmerksam zu machen. Sie haben symbolträchtige Tiere gewählt wie den Weißstorch oder den Wolf. Es ist beinahe ironisch, dass es dann mit den kleinen Insekten geklappt hat, die Menschen aufzurütteln.“

Der Artenschwund der Insekten war immer wieder Thema in den Medien. Vor allem ein bestimmter Vertreter dieser Lebewesen ist dadurch in den Fokus gerückt: die Biene. „Insekten mögen klein sein, aber sie machen eine unglaublich große Masse aus und sind ungeheuer wichtig. In Deutschland gibt es 48.000 Arten von Tieren – 33.000 davon sind allein Insekten“, sagt Pickel. Inzwischen ist der Artenschwund in Bayern in der Debattenliste so weit nach oben gewandert, dass sich etwas grundsätzlich ändern könnte: Durch das Volksbegehren “Artenvielfalt Rettet die Bienen!“ können wahlberechtigte Bürger in Bayern ab dem 31. Januar bis zum 13. Februar darüber abstimmen, ob sie Gesetze für mehr Artenschutz in ihrem Bundesland wollen.

75% aller Insekten sind verschwunden. Das Volksbegehren könnte diesen Trend in Bayern aufhalten oder sogar beenden. Foto: Ivan Kornev / flickr

Diese Gesetze würden unter anderem Pestizideinsatz in Biotopen verbieten, die ökologische Landwirtschaft stärken (bis 2030 sollen 30% der Landwirtschaft in Bayern ökologisch sein) und die Randstreifen von natürlichen Gewässern schützen. „In allen anderen 15 Bundesländern in Deutschland gibt es bereits einen Schutz von 5 Metern links und rechts von natürlichen Gewässern. Dort darf kein Ackerbau stattfinden, durch den Düngemittel und Pestizide in das Wasser fließen und die dort laichenden Arten stören,“ sagt Pickel.

Er ist überzeugt, dass das Volksbegehren Erfolg haben wird. „Zwei Wochen sind keine lange Zeit“, räumt er ein. In dieser Zeit müssen bayernweit eine Million Unterschriften gesammelt werden. „Aber es hat schon zweimal bei anderen Themen geklappt, bei denen keiner dran geglaubt hat.“ Damit meint Pickel die Volksbegehren in Bayern zum Nichtraucherschutz und den Studiengebühren. Ersteres war 2010 erfolgreich und hatte zur Folge, dass Rauchen an öffentlichen Orten verboten wurde. Zweiteres schaffte im Jahr 2013 die Studiengebühren von etwa 500 Euro pro Student pro Semester in Bayern ab.

Deswegen ist Thomas Pickel auch zuversichtlich, dass sich eine Million Menschen mit ihrer Unterschrift für die Insekten in Bayern einsetzen werden. „Ein Freund von mir hat neulich im Zug aus Spaß 45 Personen befragt. Mehr als 50 Prozent wussten von dem Volksbegehren und wollen es auch unterschreiben“, sagt er mit leuchtenden Augen. Wichtig sei vor allem, möglichst viele Menschen in den größeren Städten wie München und Nürnberg zu motivieren. Die Wähler können ihre Stimme in den Rathäusern der Städte abgeben, mehr Informationen dazu hier. Hier in Bayreuth wollen die Summer es schaffen, rund 10.000 Stimmen für die Insekten zu sammeln.

Dafür mobilisieren sie an allen Ecken: Sie verteilen Flyer, hängen Plakate auf, sprechen mit den Menschen. „Zurzeit fahre ich mit dem Rad wahrscheinlich 40 Stundenkilometer und hetze von hier nach dort“, sagt Thomas Pickel lachend. Vor einigen Tagen hat er für eine Radioshow mit dem Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes, Markus Peters, gesprochen. Die Bauern sind derzeit der wohl schärfste Gegner des Volksbegehrens. 30 Prozent Ökolandbau bis im Jahr 2030 sei nicht machbar, so die Begründung. „Das soll sich auf keinen Fall gegen die Bauern wenden. Im Gegenteil, es soll den Staat zum Umdenken und Umlenken in der Landwirtschaft bringen“, sagt Pickel.

Etwa 25% der Anbauflächen in Österreich sind mittlerweile ökologisch bestellt. Quelle: Bio-Austria

Dass 30 Prozent ökologische Landwirtschaft sehr wohl möglich seien, sei am Beispiel Österreich abzulesen: Dort seien es mittlerweile etwa 25 Prozent. Durchgesetzt wurde das dadurch, dass etwa Kantinen von Schulen, Behörden und Firmen rechtlich dazu verpflichtet wurden, ökologisch angebaute Lebensmittel zu verwenden. „Wir zerstören die wertvollen, artenreichen Kulturflächen momentan, weil wir alles totspritzen und intensivieren“, sagt Pickel. „Das Volksbegehren ist ein verzweifelter Versuch, etwas zu ändern. Die Politik macht ja nichts, die schauen immer noch nur zu.“

Rund 44% der Landfläche Bayerns werden landwirtschaftlich genutzt, bisher sei die Agrarwirtschaft auch noch recht kleinteilig in dem süddeutschen Bundesland. Dennoch – das Artensterben ist in landwirtschaftlichen Bereichen besonders groß. Im Grunde ist aber auch den bayerischen Bauern auch klar, dass sich etwas ändern muss in Sachen Artenschutz.

Immer wieder winken Studierende am Campus Thomas Pickel zu, rufen etwas herüber oder fragen ihn etwas wegen des Volksentscheids. Er grinst unter seiner Schirmmütze hervor und freut sich, dass so viele andere sich auch für das Wohl der Natur interessieren und einsetzen. „Wir müssen unseren Kindern doch eine schöne Welt hinterlassen und nicht wie die Generationen vor uns denken „Nach uns die Sintflut“ und sich um nichts kümmern. Uns geht es darum, zukunftsfähig und nachhaltig zu sein. Wir wollen unsere Erde nicht kaputt machen!“

The post Eine Unterschrift für den Erhalt der Artenvielfalt appeared first on Global Change Ecology.

]]>
https://globalchangeecology.com/2019/02/01/eine-unterschrift-fur-den-erhalt-der-artenvielfalt/feed/ 1